Mehr als jede zweite Frau in Deutschland fühlt sich unsicher-Umfrage

Die Mehrheit der Frauen halten den öffentlichen Raum im Vergleich zu früher für unsicherer. 58 Prozent der Befragten gaben in einer Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ an, dass öffentliche Orte für sie heute weniger sicher sind als früher.

  • 48 Prozent der Frauen meiden bestimmte Gebiete, sobald es dunkel wird.
  • 16 Prozent führten nach bei Einbruch der Dämmerung Pfefferspray mit sich, bei den unter 30-jährigen sind es sogar 32 Prozent. Ebenso viele denken darüber nach, sich ein Pfefferspray oder ähnlichen Schutz zuzulegen. In der Altersgruppe von 14 bis 39 Jahren will das sogar jede zweite Frau tun.

    (Bitte beachten Sie, dass die Beiträge hier teilweise in einer gekürzten Fassung erscheinen und nicht alle eingeschickten Beiträge berücksichtigt werden konnten. Der Artikel wurde jedoch laufend ergänzt. Bei den Beiträgen handelt es sich ausschließlich um subjektive Eindrücke.)

    Sabine:

    „Ich bin 23 Jahre alt und wohne in Berlin. Dort gibt es inzwischen ganze Stadtteile, die ich zu gewissen Tageszeiten nicht mehr besuche. Mein Freund holt mich immer mit seinem Auto ab, ich selber trage immer ein Pfefferspray bei mir, er zur Selbstverteidigung ein Messer und im Auto zusätzlich noch eine Schreckschuss-Pistole. Desweiteren kleide ich mich nicht mehr aufreizend abends, wenn ich doch mal alleine nach Hause muss.

    Ich fühle mich nicht mehr sicher und es geht nicht nur mir so, sondern auch dem ganzen Freundeskreis. Die Politiker schweigen das Thema tot. Das hat nichts mit den Flüchtlingen zu tun. Ich glaube, das ist eine Entwicklung wie in den USA. Es bilden sich immer mehr Unterschichten, Armeleuteviertel, ganze Hartz IV-Blöcke mit Menschen ohne oder wenig Perspektive. Daraus entsteht Frust und der Hang zur Kriminalität.“

    Isabella D.:

    „Die Situation als Frau hat sich für mich sehr wohl die letzten 2 Jahre verändert! Kein Mann kann nachvollziehen, wie man sich als Frau fühlt! Die Angst vor sexueller Belästigung ist bei mir stark gestiegen! Früher gab es ja auch schon Migranten, an Bahnhöfen konnte man sich schon in den 80er- Jahren als blonde Frau nicht wirklich wohlfühlen. Allerdings blieb es meist bei Gegaffe oder bei einem „Tse-Tse“, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Heute werden definitiv Grenzen überschritten!

    Das Schlimme hierbei ist für mich der Gedanke, dass der Staat diese Leute permanent laufen lässt!! Mein Staat steht im Fall einer Belästigung null hinter mir. Ich besitze mehrere Pfeffersprays, für alle Jackentaschen. Hand in der Tasche, Finger auf dem Abzug, ich kann mich nur selber verteidigen!! Leider.“

    mensch-abgrunde-bose

    „Ich verstecke meine blonden Haare“

    Anne K.:

    „Bei Helligkeit fühle ich mich relativ sicher, auch z. B. an Hauptbahnhöfen. Bei Dunkelheit sinkt mein Sicherheitsgefühl, seit Köln meide ich große Plätze, das Handy ist immer dabei, alleine bin ich trotzdem unterwegs. Es geht nicht immer mit Begleitung. Angst habe ich manchmal, immer begleitet mich ein gewisser Respekt. Pfefferspray besitze ich trotzdem nicht. Ich bin erst 17 und darf noch nicht alleine ein Auto benutzen, weshalb ich bei Dunkelheit öfters auf das Fahrrad angewiesen bin.

    Dabei verstecke ich meine (blonden) Haare unter einer Mütze, so fühle ich mich ein wenig sicherer. Schlechte Erfahrungen habe ich bis jetzt nur tagsüber mit deutschen Männern gemacht. Ich bin aber nicht bereit, auch noch bei Helligkeit mein Leben einzuschränken. Ich denke, es wird nie eine 100 % Sicherheit geben, weder für Frau noch Mann.“

    Melanie D.:

    „Mein Sicherheitsgefühl hat sich seit eineinhalb Jahren, und speziell nach Silvester in Köln, stark verändert. Ich bin 44 Jahre alt und seit meiner Jugend bin ich als Mädchen und Frau sicherlich abends eh immer vorsichtig und wachsam gewesen. Ich habe mit Ende 20 in Berlin gelebt und bin auch nachts unterwegs gewesen bzw. U-Bahn gefahren. Ich habe mich allerdings nie unwohl gefühlt. Heute würde ich sowas nicht mehr machen.

    Jetzt wohne ich in NRW. Das Straßenbild hat sich in der letzten Zeit stark verändert. Immer mehr „südländisch“ aussehende Typen sind auch in unserer Kleinstadt unterwegs. Ich wechsel die Straßenseite, wenn mir mehrere von ihnen entgegenkommen. Obwohl mich das sehr von mir ärgert. Schließlich wohne ich seit meiner Geburt in Deutschland, das ist meine Heimat und nicht deren, und da möchte ich mich sicher fühlen.

    Morgens 5.30 und abends ab 20 Uhr muss ich mit den Hunden raus. Ich habe eine starke Blendtaschenlampe, ein Pfefferspray und eine Trillerpfeife dabei, aus Sicherheitsgründen.“

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  • Der Professor für Psychiatrie und Psychotherapie in Göttingen und Experte für Angststörungen Borwin Bandelow, sagte der „Bild am Sonntag“: „Die Angst der Frauen ist nicht unbegründet, das haben die massenhaften Übergriffe in Köln vergangenes Silvester gezeigt.“
  • Zu der Anmerkung, dass viele Frauen an Silvester 2016 öffentliche Plätze gemieden haben, sagte Bandelow: „Das war gesunde Vorsicht. Es hat nicht an Tätern gemangelt, sondern an Opfern.“
  • SPD-Familienministerin Manuela Schwesig möchte mit mit voller Härte gegen Täter vorzugehen. Sie sagte gegenüber der BamS: „Es kann nicht sein, dass Frauen das Gefühl haben, nicht mehr aus dem Haus gehen zu können, weil sie Angst haben. Frauen müssen sich überall sicher fühlen können. Das muss der Staat gewährleisten. Jeder Übergriff ist einer zu viel. Deshalb muss auch konsequent gegen die Täter vorgegangen werden.“
  • Die Emnid-Umfrage zeigt auch, dass Frauen die Zuwanderung aus islamisch geprägten Ländern als eher negativ für ihre Sicherheitslage einschätzen. 44 Prozent der befragten Frauen glauben, dass ihre persönliche Sicherheitslage durch die Zuwanderung von Personen aus islamisch geprägten Ländern schlechter wird. 43 Prozent sagen, sie bleibe unverändert.
  • Der Fragenkatalog lautete: „Glauben Sie, dass öffentliche Orte für Frauen heute sicherer oder unsicherer sind als früher?“ / „Meiden Sie in Ihrem Wohnort bestimmte Gebiete, wenn es dunkel ist?“ / „Wenn Sie nach Einbruch der Dunkelheit alleine unterwegs sind, nehmen Sie dann Pfefferspray mit?“ / Selektion (Befragte, die nach Einbruch der Dunkelheit kein Pfefferspray mitführen, wenn sie alleine unterwegs sind): „Denken Sie darüber nach, das zu tun?“ / „Glauben Sie, dass sich Ihre persönliche Sicherheit durch die Zuwanderung von Personen aus islamisch geprägten Ländern verändern wird?“ Für die Umfrage wurden am 04. und 05. Januar 516 Frauen repräsentativen Richtlinien befragt.
  • Vor einem Jahr gab es in der Kölner Silvesternacht  zahlreichen sexuellen Übergriffen auf Frauen und massenhaften Diebstählen gekommen. Die Verdächtigen und Verurteilten waren zu großer Mehrheit aus Nordafrika.
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