Folgen sexuellen Missbrauchs

Dies kann bei Kindern und Jugendlichen wie bei Erwachsenen                                            schwerwiegende Folgen haben, wie z.B:

  • Diverse psychische Probleme:
    • (Depression, Posttraumatische Belastungsstörung PTBS, Angstzustände, Alpträume, angstmachende Tagträume
    • Schlaf- und Essstörungen
    • psychosomatische Beschwerden (vor allem Haut- und Magenerkrankungen)
    • Gefühle, ausserhalb des eigenen Körpers zu sein (Dissoziation)
    • Alkohol – und Drogenmissbrauch
  • Diverse soziale Probleme und Anpassungsstörungen:
    • Schulversagen
    • emotionaler Rückzug
    • soziale Isolation,
    • Misstrauen
  • Probleme mit oder innerhalb von Partnerbeziehungen
  • Gestörte Sexualität (auch als Erwachsene bei einvernehmlichem Sex) z.B.:
    • Sexualisierung von Beziehungen
    • Störung der Sexualfunktionen
  • Gefühl des Verrats, Vertrauensverlust gegenüber Erwachsenen
  • Störungen in der Wahrnehmung eigener Gefühle (Verwechselung von Affektivität und Sexualität)
  • Gefühle der Wertlosigkeit, Scham, Schuld, Wut
  • Reinszenierung traumatischer Erfahrung:
    • In der Opferrolle

      Nach sexuellem Missbrauch verdoppelt sich das Risiko von Gewalterfahrungen in der Ehe und von Vergewaltigung, wie zwei entsprechende Untersuchungen zeigen.

      In der Täterrolle

      Unter Kriminellen ist der Prozentsatz derer, die als Kind sexuell missbraucht wurden, deutlich erhöht. Es gibt Untersuchungen, welche feststellten, dass sexuell missbrauchte Jungen eher kriminell oder drogenabhängig werden als andere.

      In der Helferrolle

      Die meisten Opfer sexuellen Missbrauchs werden jedoch später weder zu Opfern noch zu Tätern, sondern engagieren sich für dessen Beendigung aus eigener Betroffenheit heraus besonders nachdrücklich, so dass sie dabei manchmal selbst vergessen, sich wirksam von ihren traumatischen Erinnerungen zu befreien.

  • Ablehnung des eigenen Körpers, selbstdestruktives Verhalten, Selbstmord(versuche)
  • Prostitution
Diese beschriebenen möglichen Folgen variieren je nach den Umständen, der (subjektiven)
Schwere des Missbrauchs und der psychischen Widerstandsfähigkeit des Opfers:
  • je grösser der Altersunterschied zwischen Täter und Opfer und besonders, wenn es sich um eine Differenz von einer Generation handelt
  • je grösser die verwandtschaftliche Nähe und besonders bei Autoritäts- und Vaterfiguren
  • je länger der Missbrauch andauert
  • je jünger das Kind bei Beginn des Missbrauchs
  • je mehr Gewalt angedroht oder angewendet wird
  • je vollständiger die Geheimhaltung
  • je weniger sonstige schützende Vertrauensbeziehungen, etwa zur Mutter oder einer anderen Person bestehen

Eine Gewichtung der einzelnen Faktoren lässt sich kaum vornehmen; es ist jedoch davon auszugehen, dass die Traumatisierung und die Langzeitfolgen im gleichen Maße zunehmen, wie die Anzahl der gegebenen Bedingungen.

Aber:
Dramatisierung der Folgen und Annahme der Irreversibilität, Unumkehrbarkeit von Tatfolgen („Seelenmord“) sind weder klinisch gerechtfertigt noch hilfreich für die Opfer.

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